Ähnlicher Platz, andere Musik. Mit dem NDR Elbphilharmonieorchester habe ich das erste Orchesterkonzert in diesem Saal
erlebt und muss sagen: Die Akustik hat wirklich zwei Seiten. Ich kann den
vielen Journalisten nur zustimmen, dass jedes einzelne Instrument sehr klar
rausgehört werden kann. Bei Haydn kann man die Cellostimme immer verfolgen. Sie
wird von Nicolas Altstaedt sehr leidenschaftlich und dramatisch mit viel Fingerfertigkeit gespielt, immer
etwas vor der Zeit. Und selbst die Harfe hört man bei Bartók als Einzelstimme
gut raus. Das Publikum war unglaublich leise, besonders bemerkenswert, weil es
sehr jung und leger war. Ich habe bei beiden Konzerten einige Menschen
getroffen, die ich sonst noch nie in Konzertsälen gesehen habe. Hamburg hört bzw.
guckt sich die Elbphilharmonie wirklich an.
Das Orchester scheint an diesem Raum noch mal
enorm zu wachsen. Da jede_r Einzelne zu hören ist, müssen alle ihr Bestes
geben. Das tun sie auch. Beide Stücke waren wunderbar gespielt, der Haydn
besonders im letzten Satz so schnell und trotzdem präzise-spritzig und die Musiker stellten beim Bartók ihre Einzelleistungen noch über die Akustik hinaus unter Beweis. Vom akkuraten
und atemberaubend mit Spannung gespielten Schlagwerk bis hin zur nicht nur musikalisch
sehr bewegten ersten Flöte.
Hengelbrock sagte für das Publikum sogar das zweite Stück und die Zugabe an, erzählte von Bartóks Reisen nach Nordafrika und den Einflüssen auf das Konzert für Orchester. Es sei nicht nur schön, dies aufzuführen, sondern notwendig. Diese Musik liegt ihm und dem NDR Elbphilharmonieorchester sehr.
Hengelbrock sagte für das Publikum sogar das zweite Stück und die Zugabe an, erzählte von Bartóks Reisen nach Nordafrika und den Einflüssen auf das Konzert für Orchester. Es sei nicht nur schön, dies aufzuführen, sondern notwendig. Diese Musik liegt ihm und dem NDR Elbphilharmonieorchester sehr.
Leider macht die Akustik Abstriche bei der sonst
so geliebten Farbigkeit der Musik Bartóks. Das meiste klingt recht dumpf und
kalt. Kein Schimmern, kein Glanz oder körperliches Spüren. Sehr distanziert. Die
Musiker mühen sich ab, aber es klingt wie Partiturlesen. Die Lohnegrin-Zugabe
zeigt allerdings noch einmal besonders, wie ein volles Orchester hier klingen kann. Das
Blech profitiert von der Akustik und klingt warm und satt, nicht blechern. Solche
Stücke passen in den großen Saal.
Nächstes Mal sitze ich
hinter dem Orchester. Gern probiere ich mal ganz Oben aus, da sollte der Klang
dann besser zusammenkommen. Wirklich laut im Sinne eines Fortes wird es jedenfalls
nicht, wo ich saß. Der Haydn ist eigentlich schon zu dünn besetzt für die
Saalgröße. Ich bin gespannt auf die Klangmöglichkeiten des kleinen Saals, die
ich nächsten Monat mit Matthias Pintscher und den Lucerne Festival Alumni erleben
darf.
NDR Elbphilharmonie Orchester
Nicolas Altstaedt Violoncello
Dirigent Thomas
Hengelbrock
Joseph Haydn
Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob. VIIb/1
Konzert für Violoncello und Orchester C-Dur Hob. VIIb/1
Béla Bartók
Konzert für Orchester Sz 116
Konzert für Orchester Sz 116
Richard
Wagner
Lohengrin –
Vorspiel zum 3. Akt
P.S.: Ich war mit
einer älteren Dame dort und habe dadurch noch deutlicher festgestellt: für ältere Menschen,
die noch laufen können, ist das Rauf und Runter eine Tortur. Die ewig langen Stolpertreppen kommen nicht in Frage. Es gibt keinen Fahrstuhl,
der von oben ins Parkhaus fährt oder andersrum, man muss einmal komplett über
die Plaza laufen, um den Fahrstuhl zu wechseln. Außerdem steht man sehr lange
vor den Fahrstühlen an. Entweder ist man also fit oder im Rollstuhl und
geduldig.

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