Pinocchio – wir erinnern uns alle an diese Geschichte. Heute ging mein inneres Kind in die Oper :)
Mal zur Abwechslung mit ganz vielen anderen Kindern. Was für eine herrliche
Atmosphäre das ist, wenn überall Kinder mit ihren Eltern und Großeltern in der
Laeiszhalle sind. Die ganze Aufführung über war es sogar größtenteils ruhig,
außer dass ein Junge, der noch viel zu klein war, verständlicherweise mehrfach „Papa,
ich will nach Hause gehen“ sagte, dann aber auch gebannt am vorderen Sitz hing
und zuschaute. Nerviger war die Mutter, deren Handy zwischendrin klingelte.
Musikalisch spielt die Komponistin (Gloria Bruni) mit vielen Klischees und
schon Gehörtem. Einiges ist schön bildlich vorstellbar (Holz, Tänze etc.),
anderes einfach nur Hintergrundmusik für die recht lustige Geschichte. Die Musik biete nichts Neues, aber auch nichts Störendes
(außer einige hektische Stellen von Fuchs und Katze und das möchtegern Hip-Hop Stück „Spielzeugland“, was für
klassische Instrumente besser komponiert hätte sein können). Die Hamburger Camerata
spielt sehr schön und macht aus dem, was da ist, ein Erlebnis! Bis auf einen Kiekser in der Trompete gab es nichts
auszusetzen. Die Bläser waren sehr schillernd und klar. Das ganze schien auch den Musikern
Spaß zu machen. Frank Löhr
dirigierte das Orchester wunderbar und spielte an einigen Stellen sogar mit
(ließ sich den Dirigierstab klauen für Feuerholz, ging das Stück abwinkend auf eine
Sängerin zu, die ihren Ton nicht beendete und lehnte den Kauf der alten Jacke
von Geppetto ab) - Lustige Momente, die eine Gelassenheit des Dirigenten
fordern, welche ich so erst einmal bei Spinosi mit der Zauberflöte erlebt
habe.
Der Mädchenchor Hamburg singt wie immer präzise und locker. Alle
Mädchen sind involviert und wecken dadurch noch mehr Interesse bei den
zuschauenden Kindern. Katerina Fridland
ist Pinocchio, spielt, singt und tanzt fantastisch. Maria Chabounia (Staatsoper Hamburg), Olga
Privalova, Ralf Grobe und Joachim Gebhardt sind alle gute Sänger_innen, was
auch die Erwachsenen erfreut. Leider ist das Gesprochene nicht ausreichend
verstärkt und man hört vor allem das Gesungene.
Beschwingt mit einem Ohrwurm (abgedruckt auf dem Programm
zum Mitsingen am Schluss) fahre ich nun zu einem Konzert, das eine ganz andere
Seite der Musik zeigt. Bach, Bach, Bach oder wie Martin Bühler
schrieb „All you can Bach“ :)
Martin macht seinen Masterabschluss mit diesem Konzert und
spielt schon seit zwei Jahren an der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern. Bachs Passacaglia in c-Moll und die Triosonate in Es-Dur.: sehr
schöne Stücke, toll gepielt auf einer flexiblen Orgel mit einem warmen Klang.
Am Besten gefällt mir Duruflés „Prélude et Fugue sur le nom d’Alain“.
Martin spielt mit Hingabe, Perfektion und gleichzeitig Gelassenheit. Das Publikum ist begeistert. Wie hätte der
Tag schöner zu Ende gehen können.
P.S.: Ich hoffe, jetzt wieder öfter schreiben zu können. Leider ist durch einen Todesfall im mir nahen Menschenkreis und die traurigen Wochen der Krankheit davor einiges ausgefallen. Dieser Mann lebte von der Musik und für sie. Er schrieb viel und spielte überall. Konnte nie nein sagen und war durchaus dreimal an Heiligabend an der Orgel, obwohl er pensonierter Musiklehrer und nicht Organist war. Bis zum Ende machte er Musik und hörte in den letzten Tagen auch Bachs wunderbare H-Moll-Messe. Musik beschäftigt sich mit dem Existenziellen: Leben, Liebe, Tod. Möge Musik das Leben vieler bereichern und ihnen ein erfülltes Leben schenken! Einen schönen zweiten Advent allerseits!
___
Pinocchio
Musik: Gloria Bruni
Libretto: Ursel Scheffler
Hamburger Camerata
Mädchenchor Hamburg
Frank Löhr (Dirigent)
Laeiszhalle am 04.12.2016
Martin Bühler
Masterabschlusskonzert
Kulturkirche Altona am 04.12.2016
P.S.: Ich hoffe, jetzt wieder öfter schreiben zu können. Leider ist durch einen Todesfall im mir nahen Menschenkreis und die traurigen Wochen der Krankheit davor einiges ausgefallen. Dieser Mann lebte von der Musik und für sie. Er schrieb viel und spielte überall. Konnte nie nein sagen und war durchaus dreimal an Heiligabend an der Orgel, obwohl er pensonierter Musiklehrer und nicht Organist war. Bis zum Ende machte er Musik und hörte in den letzten Tagen auch Bachs wunderbare H-Moll-Messe. Musik beschäftigt sich mit dem Existenziellen: Leben, Liebe, Tod. Möge Musik das Leben vieler bereichern und ihnen ein erfülltes Leben schenken! Einen schönen zweiten Advent allerseits!
___
Pinocchio
Musik: Gloria Bruni
Libretto: Ursel Scheffler
Hamburger Camerata
Mädchenchor Hamburg
Frank Löhr (Dirigent)
Laeiszhalle am 04.12.2016
Martin Bühler
Masterabschlusskonzert
Kulturkirche Altona am 04.12.2016
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